Dienstag, August 30, 2016

Passierte Tomaten

Seid ihr schon fleißig bei der Ernte? So langsam dürften die Tomaten ja überall reif sein. Und falls ihr euch vor lauter Tomaten schon gar nicht mehr retten könnt, dann habe ich heute das perfekte Rezept. Zugegeben, ich habe dieses "Problem" einer Tomatenschwemme nicht. Ich habe nämlich keine Tomaten im Garten. Was aber nichts daran ändert, dass ich gerne einen kleinen Vorrat eingemachter Tomaten im Keller habe.


Okay, okay, ich geb's zu. Ich habe gerade untertrieben. Klein trifft es nicht wirklich. Ich habe in diesem Jahr schlappe 25 Kilo San Marzano Tomaten beim Händler meines Vertrauens gekauft und die in 3 Etappen eingekocht. In drei Etappen deshalb, weil es doch ein bisschen Zeit in Anspruch nimmt und ich das ja quasi nebenbei erledigen muss. Also neben der Kinderbetreuung. Das kann manchmal ganz schön stressig sein, wenn man aber das Ergebnis sieht, freut man sich umso mehr. Also auf, auf, Gläser sterilisieren und los geht's!




Und das braucht ihr


5 kg Tomaten (ich persönlich bin ein großer Fan der San Marzano Tomaten)





Die Tomaten waschen, halbieren und den Strunk entfernen. Nun habt ihr zwei Möglichkeiten.

Entweder ihr schneidet die Viertel noch in kleinere Stücke und gebt die Tomaten in einen großen Bräter. So könnt ihr sie auf hoher Stufe in ca. 20 Minuten weich kochen.


Oder ihr gebt die halben Tomaten mit der Schnittfläche nach oben auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech und schmort sie im vorgeheizten Backofen bei 200 Grad Ober-/Unterhitze für 20 Minuten bis sie weich sind.

Egal, wie ihr die Tomaten weich bekommen habt, die nächsten Schritte sind gleich.

Die weichen Tomaten durch die Flotte Lotte in einen großen Topf passieren. Dazu verwendet ihr am besten die 1 mm Lochscheibe sodass möglichst alle Kerne zurück bleiben. Solltet ihr keine Passiermühle haben, könnt ihr das theroretisch auch mit einem feinen Sieb machen, das ist aber wahnsinnig viel Arbeit.

Sobald alles verarbeitet ist, die passierten Tomaten nochmals kräftig aufkochen und ca. 15-20 Minuten stark köcheln lassen. Dabei immer wieder umrühren.

Die passierten Tomaten sind jetzt fertig und können in zuvor sterilisierte Flaschen oder Gläser abgefüllt werden. Dabei darauf achten nur bis ca. 5 mm unter den Rand zu füllen. Die Flaschen/Gläser sofort fest verschließen.

Die Flaschen in den Eickochtopf geben, mit Wasser auffüllen (das oberste Glas muss zu 2/3 im Wasser stehen. Falls ihr also gestapelt habt, stehen die unterern Flaschen/Gläser unter Wasser) und bei 100 Grad für 45 Minuten einkochen. Anschließend aus dem Einkochautomaten heben und abkühlen lassen.
 

Hinweis zum Steriliseren von Gläsern


Die Gläser und Deckel müssen zunächst sauber ausgespült und abgetrocknet werden. Nun gibt es zwei verschiedene Arten, die Gläser zu sterilisieren:
  • Die sauberen Gläser und Deckel auf ein Backblech geben, sodass sie sich nicht berühren. In den ausgeschalteten Backofen geben. Den Backofen samt Gläser auf 150 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Sobald der Backofen die Temperatur erreicht hat, die Gläser noch ca. 10-15 Minuten im Backofen steriliseren. Im geschlossenen Backofen etwas abkühlen lassen.
  • Die Gläser und Deckel in einen großen Topf geben. Mit Wasser auffüllen und zum kochen bringen. Das Wasser nun 10 Minuten sprudelnd kochen lassen und die Gläser und Deckel so steriliseren. Anschließend aus dem Topf nehmen und umgekehrt auf ein frisches, sauberes Geschirrtuch stellen. Die Gläser erst zum Befüllen wieder richtig herum drehen.

Haltbarkeit

Sofern ihr sehr sauber gearbeitet und nur einwandfreies Gemüse verwendet habt und die passierten Tomaten dunkel und kühl lagert, sind sie mindestens 12 Monate haltbar.



Donnerstag, August 25, 2016

Hausgemachtes Knuspermüsli

Mit was startet ihr in den Tag? Da gibt es ja die verschiedensten Typen. Ich persönlich frühstücke meist Brot oder Brötchen, gerne auch selbstgebacken. Der Belag? Meist zuerst herzhaft und zum Abschluss süß. In letzter Zeit habe ich aber das Müsli wieder für mich entdeckt. Als ich das Buch Café Cornersmith durchgeblättert habe, ist mir dieses Rezept sofort ins Auge gestochen. Ich wollte schon soooo lange Müsli selbst machen aber habe es irgendwie nie geschafft. Da ich für meine Rezensionen aber stets Rezepte teste, lag es nahe das jetzt in Angriff zu nehmen.


Und was soll ich sagen? Meine bessere Hälfte und ich sind absolut begeistert. Wir lieben das Müsli. Wenn ihr euch wundert, warum es nach Schokomüsli aussieht... Nein, ich habe in der Rezeptangabe keine Zutat vergessen... Das Tahini färbt das Müsli während dem backen so schön braun. Und es schmeckt wunderbar nussig und ist dabei wirklich nicht zu süß! Ich werde in Zukunft sicher noch öfter Müsli selber machen und lasse mich dabei auch von Maja inspirieren. Maja von moey's kitchen hat nicht nur auf ihrem Blog wahnsinnig viele Müslirezepte sondern genau zu diesem Thema auch ein eigenes Buch herausgebracht! Ich bin ganz angefixt und finde dieses Thema wirklich super spannend!


Für etwa 300 g braucht ihr


30 ml Wasser 
30 g Tahini
60 g Honig
2 TL Pflanzenöl
20 g braunen Rohrohrzucker
100 g kernige Haferflocken
25 g Sonnenblumenkerne
25 g Leinsamen
30 g Mandeln
10 g Mohnsamen
30 g Puffreis


Den Backofen zunächst auf 150 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen und zur Seite stellen.

Das Wasser zusammen mit dem Honig, dem Öl, dem Rohrohrzucker sowie der Tahini in einen kleinen Topf geben und langsam erwärmen bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat.

Die restlichen Zutaten in eine große Schüssel geben. Die Honigmischung über die trockenen Zutaten geben und so lange vermischen, bis die trockene Mischung komplett überzogen ist.

Das Müsli nun auf das vorbereitete Backblech geben und möglichst flach verteilen. Auf mittlerer Schiene in den Backofen geben und für ca. 45 Minuten backen. Das Müsli dabei immer nach 10-15 Minuten wenden damit es gleichmäßig bräunt. Es bräunt tatsächlich sehr stark was aber ausschließlich an der Sesampaste liegt. Das Müsli ist deshalb nicht verbrannt.

Den Backofen nun auf 100 Grad Ober-/Unterhitze runterstellen und das Müsli so noch für 15-20 Minuten trocknen. Das Müsli weiterhin immer wieder wenden.

Abkühlen lassen und in einem luftdichten Gefäß aufbewahren. Sollte das Müsli nach ca. 14 Tagen nicht mehr so knusprig sein, einfach noch einmal bei 140 Grad Ober-/Unterhitze für 10-15 Minuten rösten.


Quelle: Café Cornersmith aus dem Knesebeck Verlag

Dienstag, August 23, 2016

Pizzaschnecken - Pizzarolls

Mögt ihr Pizza? Ach, was ist das für eine seltsame Frage... Wer mag denn bitte keine Pizza? Ich bin ja immer noch der Meinung, dass Leute die keine Pizza (und keinen Käsekuchen) mögen, noch nie in ihrem Leben wirklich richtig gute(n) gegessen haben. Ich möchte da niemanden belehren aber Pizza ist doch so etwas tolles. Bei uns gibt es die in regelmäßigen Abständen. Hausgemacht ist meist am besten... Selten findet man eine wirklich richtig gute Pizza auswärts.


Weil wir aber manchmal auch gerne etwas Abwechslung haben möchten, habe ich die Pizza mal in Form von Schnecken gebacken. Lässt sich übrigens wunderbar vorbereiten und kann auch super für einen Geburtstag oder eine Gartenparty als - zugegebenermaßen großes - Fingerfood serviert werden. So hat man mehr Zeit für die Gäste und kann trotzdem etwas selbstgemachtes auf den Tisch - oder die Hand - bringen.


Wenn ihr die Schnecken im Voraus vorbereiten möchtet und sie dann erst kurz vor dem Servieren backen wollt, solltet ihr die Schnecken formen, schneiden, in die Form setzen und dann sofort abgedeckt in den Kühlschrank stellen. Hierbei eignet sich am besten das Fach direkt über dem Gemüseschub denn da ist es am kältesten und die Schnecken gehen nicht zu arg auf. Während der Backofen dann vorheizt könnt ihr die Form aus dem Kühlschrank nehmen und die Schnecken so noch etwas gehen lassen. Je nach Form (die dann ja kalt ist) solltet ihr die Schnecken dann allerdings ein paar Minuten länger backen!
Ich benutze übrigens gerne diese gusseiserne Auflaufform von Staub. Da werden die Schnecken außen sorgar knusprig! Wenn ihr aber keine gusseiserne Form habt, dann könnt ihr natürlich auch eine andere Auflaufform oder sogar einen Backrahmen verwernden.


Lange Rede, kurzer Sinn: Hier bekommt ihr das Rezept für mordsleckere und unwiderstehlich fluffige Pizzaschnecken...


Für die Sauce braucht ihr


1 Dose Tomaten (400 g)
1/2 Zwiebel
1 TL Oregano
Salz
Pfeffer
Olivenöl


Für den Teig braucht ihr


300 g Weizenmehl (Type 405)
200 g Hartweizenmehl
1 TL Salz
2 EL Olivenöl
1/2 Würfel Frischhhefe
300 ml lauwarmes Wasser


Außerdem


50 g Parmesan, gerieben
200 g Mozzarella, gerieben
Salami, Schinken und sonstiger Belag nach Wunsch



Für die Sauce die Zwiebel schälen, halbieren und eine Hälfte davon in kleine Würfel schneiden. In einem kleinen Topf etwas Olivenöl erhitzen und die Zwiebel darin glasig dünsten. Nun die Tomaten samt Saft dazugeben und mit einem Kartoffelstampfer (oder dem Kochlöffel) zerdrücken. Auf mittlerer Flamme für 30-40 offen köcheln lassen und dabei gelegentlich umrühren. Die Sauce sollte sirupartig einkochen. Dann von der Platte nehmen und abgedeckt auskühlen lassen.

In einer Schüssel die beiden Mehlsorten mit dem Salz vermischen. Das Olivenöl dazugeben. Die Hefe in einer kleinen Schüssel mit dem Wasser verrühren, bis sie sich aufgelöst hat. Die Hefe-/Wassermischung dann zum Mehl geben und in 5-10 Minuten zu einem homogenen Teig verkneten.

Der Teig muss nun 1-2 Stunden gehen - je nach Zimmertemperatur. Die Schüssel mit einem feuchten Küchentuch abdecken und an einen zugfreien Ort stellen (ich stelle die Schüssel immer in den ausgeschaltenen Backofen). Das Volumen sollte sich verdoppelt haben.

Den Teig dann auf die leicht bemehlte Arbeitsfläche geben und zu einem Rechteck von 45x30 cm ausrollen. Der Teig darf nicht zu dünn ausgerollt werden da es sonst eine Sauerei gibt.

Den Teig nun mit der Tomatensauce bestreichen und dabei einen Rand von ca. 2 cm lassen. Mit den gewünschten Zutaten belegen (bei mir Schinken und Salami) und mit dem geriebenen Mozzarella bestreuen.


Die Teigplatte nun von der langen Seite her aufrollen und dabei darauf achten, nicht zu drücken da die Füllung sonst herausquillt.

Mit einem scharfen Messer in acht gleichgroße Stücke schneiden (nicht drücken!!!) und diese dann vorsichtig in eine gefettete Auflaufform geben und für weitere 15-20 Minuten gehen lassen.


Den Backofen in der Zwischenzeit auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.

Vor dem Backen noch etwas geriebenen Parmesan auf die Schnecken streuen und auf mittlerer Schiene für ca. 40-45 Minuten backen. Die Oberfläche sollte schön braun sein. 

Aus dem Ofen nehmen, 5 Minuten abkühlen lassen und genießen!




Sonntag, August 21, 2016

{Rezension} Die Küche Frankreichs (Christian Verlag)

Seid ihr Fans der französischen Küche? Dann solltet ihr einen Blick in dieses Buch werfen. Ich selbst bin ein Frankreichfan und auch die Küche hat es mir angetan. Schon von Berufswegen interessiere ich mich für Frankreich und lerne so peu à peu die landestypischen Spezialitäten kennen - auch weil meine nette Kollegin und Freundin Französin ist und mir das ein oder andere näher bringt. Da ich tatsächlich noch kein einziges Buch zur französischen Länderküche habe, habe ich mir dieses hier einmal genauer angesehen...

© Christian Verlag

Zum Buch


Zu diesem Buch kann ich euch nichts genaueres über den Autor oder die Autoren sagen - denn es ist keiner angegeben. Vielmehr hat man den Eindruck, es ist ein Kompendium vieler zusammengetragener Rezepte und somit ein Gemeinschaftswerk. Ob dem tatsächlich so ist, weiß ich natürlich nicht. Das Buch ist ursprünglich im französischen Larousse Verlag erschienen und hatte den Originaltitel Le petit Larousse Des Saveurs des Régions de France. Ich selber bin ja ein großer Frankreich Fan und somit umso gespannter, was mich im Inneren des Buches erwartet.


Erster Eindruck


Das Buch scheint auf den ersten Blick unauffällig. Dunkles Cover, roter Buchrücken. Erst bei genauerem Hinsehen sieht man die ganzen kleinen Details. Ein kleines Fahhrad, das die Tour de France zu machen scheint und dabei an vielen regionalen Spezialitäten vorbei kommt. Frankreich wird auf dem Cover schemenhaft dargestellt und erhält seine Form durch die vielen Begriffe der französischen Küche - caramel, artichauts baekenofe, choucroute, bouillabaisse, truffade. Wer also genau hinsieht, und ein bisschen liest, bekommt einen Eindruck davon, was einen im Innern des Buches erwartet. Ich bin jedenfalls schon sehr gespannt darauf mehr über die französische Küche zu erfahren und zu sehen, ob das Buch genau das hält, was es verspricht.
Das Buch ist übrigens fest gebunden, sehr stabil aber mit seinen über 500 Seiten auch ein echter Brummer. Die Seiten haben eine angenehme Stärke, sind nicht zu dünn und haben eine glatte Oberfläche. Wer das Buch also ob seines Gewichtes trotzdem gerne mit in die Küche nimmt, dem sei versichert, dass die Seiten den ein oder anderen kleinen Spritzer verzeihen würden.
Ein einziges kleines Manko sehe ich hier - ein Buch von so großem Umfang hätte eigentlich mindestens eins - wenn nict sogar zwei oder drei - Lesebändchen verdient um es dem Leser einfacher zu machen. Aber darüber sehe ich erstmal großzügig hinweg und mache ich ans Innere des Buches. Hier erwarten mich eine Vielzahl an Kapiteln und wahnsinnig viele schöne Details. Das Buch kommt rein optisch nicht ganz an die vielen inzwischen durchgestylten Koch- und Backbücher heran aber das muss es auch gar nicht. Immerhin handelt es sich hier nicht um ein Buch, das uns die Molekular- oder Sterneküche näher bringen soll sondern die Klassiker der französischen Küche. Die Fotos sind schlicht, bodenständig aber dennoch sehr hübsch anzusehen. Alles in allem wirkt der Stil des Buches stimmig und passt voll und ganz zum Thema.

© Christian Verlag


Inhalt


Die Küche Frankreichs beginnt gleich mit dem Inhaltsverzeichnis. Das Buch ist nicht wie bei vielen anderen Titeln üblich, in Vor-, Haupt- und Nachspeisen unterteilt sondern man findet eine Einteilung nach Regionen. Folgende Kapitel warten also auf einen:
  • Norden & Pariser Becken
  • Grand Ouest
  • Atlantikküste
  • Loire & Zentralfrankreich
  • Südwesten & Midi-Pyrenäen
  • Zentralmassiv & Lyonnais
  • Osten & Alpenmassiv
  • Mittelmeerküste
  • Französische Überseegebiete
Anschließend findet man  noch das Register nach Zutaten sowie ein alphabetisches Register. Die Unterteilung in einzelne Regionen finde ich sehr praktisch und gerade was das Thema anbelangt auch sehr passend. 
Die einzelnen Regionen sind dann nochmals unterteilt. So umfasst das Kapitel Norden & Pariser Becken zum Beispiel folgendes: Flandern, Nördliches Flachland, Picardie, Ile de France, Champagne und Ardennen. Man erfährt so quasi für nahezu jedes Gericht wo es tatsächlich seinen Ursprung hat. Wer sich die Buchseiten genauer ansieht, findet dazu auch immer die genaue Angabe über der Seitenzahl.
Neben einer schieren Flut an Rezepten, hat das Buch aber auch sonst einiges zu bieten. So wird einem für verschiedene Kapitel durchaus nützliches Wissen vermittelt ohne dabei dröge und langweilig zu wirken. Ein bisschen geschichtlicher Hintergrund, ein bisschen Warenkunde, Informationen zu Herkunft von verschiedenen Spezialtäten... In jedem Fall sehr interessant und dabei schön kurz und knackig.
Übrigens findet man nicht nur Foodfotos im Buch. Es gibt auch eine Vielzahl an Landschaftsbildern, die hier und da nicht nur Lust auf die französische Küche machen sondern auch auf einen Urlaub in Frankreich.

© Christian Verlag

Rezepte


Die Rezepte sind wahnsinnig abwechslungsreich - so wie eben das Land auch. Den Norden mit seinem kühleren Klima und der rauen Küste kann man schlecht mit dem Süden und seinen Strandpromenaden vergleichen. Ähnlich ist es mit den Rezepten. Insofern macht auch die Unterteilung der Kapitel durchaus Sinn.
Wer ein vegetarisches Buch sucht, der ist hier allerdings schlecht bedient. Zwar gibt es durchaus eine Menge fleischloser Rezepte aber die Franzosen, das zeigen die Gerichte, mögen ihr Fleisch. Dabei sind sie übrigens nicht auf ein spezielles Tier eingefahren. Man findet Rezepte zur Zubereitung von Schwein, Kalb, Hammel, Lamm, Kaninchen, Frosch, Hühnchen und Rind.
Ebenso darf Fisch natürlich nicht fehlen. Frankreich mit seinen über 3000 km Küstenlänge ist natürlich auch ein Land in dem Fisch und Muscheln serviert werden. Kein Wunder also, dass es auch hierzu einige Rezepte gibt.
Dieses Buch hat wirklich für jeden Geschmach etwas zu bieten. Da die französische Küche nicht nur für ihre herzhaften Speisen bekannt ist, gibt es natürlich auch Rezepte für Süßspeisen. Hier sind vor allem Kuchen und Tartes im Vordergrund. Wer jetzt aber mit ganz abgefahrenen Patisserie Kunstwerken rechnet, wird enttäuscht sein. Immerhin geht es um Klassiker der französischen Küche. Hier ein wirklich klitzekleiner Auszug der Rezepte, die auf meine Nachkochliste stehen:
  • Kartoffelpastete
  • Grüne Linsen Eintopf
  • Überbackener Chicorée mit Schinken
  • Dicke Bohnensuppe
  • Auberginen nach Art von Bézier
  • Corniottes
  • Mirabellentarte
  • Gratin Dauphinois
  • Bresse-Huhn in Sahne
  • Flammenküche
  • Blaubeertarte
  • Haselnusskuchen
Ich könnte wirklich ewig so weiter machen aber das würde den Rahmen der Rezension sprengen. Wer sich für die französische Küche interessiert, sollte gerne selbst mal einen Blick ins Buch werfen um sich einen Einblick in die Vielfalt der Rezepte zu verschaffen.
Was die Zutaten anbelangt, so ist es tatsächlich für das ein oder andere Rezept nicht ganz einfach alles zubekommen. Im Lebensmittelladen nebenan wird man da manchmal sicherlich nicht immer fündig. Aber das ist kein Kritikpunkt. Angesichts der Tatsache, dass es sich um ein Buch mit französischen Spezialitäten handelt, ist das vollkommen normal. Wer aber einen Obst-/Gemüse-/Fleisch- oder Fischhändler des Vertrauens hat, wird auch diese Hürde überwinden können.

© Christian Verlag

Resumée


Ich bin ein großer Fan Frankreichs und der französischen Küche. Umso mehr freue ich mich, endlich ein umfangreiches Buch zu diesem Thema gefunden zu haben. Einziger Kritikpunkt ist in meinen Augen, dass das Thema Desserts und Kuchen gerne noch ausführlicher hätte behandelt werden dürfen. Gerade die Kuchen und Desserts sind ja ein großer Teil der französischen Küche. Abgesehen davon bin ich aber hinsichtlich der großen Vielfalt und des Umfangs des Buches sehr begeistert!


Infos


Titel: Die Küche Frankreichs
Erschienen im Christian Verlag
ISBN-13: 978-3-86244-984-2
512 Seiten, ca. 400 Abbildungen, gebunden
39,99 Euro

Freitag, August 19, 2016

Mandel-Kirsch-Kuchen

Habt ihr noch ein paar Kirschen? Wenn ja, dann solltet ihr schleunigst noch einen Kuchen backen. Am besten noch dieses Wochenende. Am Wochenende kann man ja immer Kuchen essen oder? Meine bessere Hälfte und ich hatten sogar jahrelang ein wirklich schönes Ritual. Jeden Freitag nach der Arbeit haben wir uns bei einem Bäcker zwei oder drei Stück Kuchen gekauft, uns daheim schön auf die Couch gesetzt, den Kuchen vernascht und anschließend ein ausgiebiges Nachmittagsschläfchen gehalten bevor es abends in die Kneipe ging. Hach ja, das waren noch Zeiten. Das ist auch schon ein paar Jährchen her.


Aber unsere Vorliebe für Kuchen ist geblieben. Allerdings gibt es den jetzt nicht mehr freitags nach der Arbeit sondern sonntags nach dem obligatorischen Besuch des Fitnessstudios. Ich weiß, ich weiß, kontraproduktiv und so. Aber hey, man lebt nur ein Mal und dann Kuchen zu verpassen - DAS wäre eine Sünde ;o)


Für die Streusel braucht ihr


40 g gehobelte Mandeln
50 g Rohrohrzucker
40 g Weizenmehl (Type 405)
25 g kalte Butter


Für den Rührteig braucht ihr


125 g Butter, zimmerwarm
100 g Zucker
3 Eier (M), zimmerwarm
100 g gemahlene Mandeln
75 g Weizenmehl (Type 405)
1 TL Backpulver
2 EL Saure Sahne
1 EL Amaretto
1/2 Zitrone, die Schale davon
400 g Kirschen



Für die Streusel alle Zutaten in eine Schüssel geben und mit den Fingern so lange verreiben, bis Streusel entstehen. Die Streusel dann in den Kühlschrank stellen.

Die Kirschen waschen und entsteinen. Zur Seite stellen. 

Den Backofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen und eine Springform mit 20  cm Durchmesser einfetten und mit Mehl ausstäuben.

Die Butter zusammen mit dem Zucker in eine Schüssel geben und mit der Küchenmaschine (oder dem Handrührgerät) weiß-schaumig aufschlagen. Das dauert ein paar Minuten. Anschließend jedes Ei einzeln zur Masse geben und vollständig unterrühren, bis das nächste dazu gegeben wird.

Das Mehl zusammen mit den gemahlenen Mandeln, dem Backpulver und dem Zitronenabrieb in eine Schüssel geben und miteinander vermischen. Nun zur Butter-/Zuckermasse geben und kurz unterrühren bis sich alle Zutaten verbunden haben.

Die saure Sahne sowie den Amaretto dazugeben und kurz unterrühren. 

Den Teig in die vorbereitete Springform geben und gleichmäßig verstreichen. Nun die Kirschen auf dem Teig verteilen und die Streusel darauf geben.

Auf mittlerer Schiene ca. 45-50 Minuten backen. Stäbchenprobe nicht vergessen!

Den Kuchen aus dem Backofen nehmen und kurz auskühlen lassen. Aus der Form lösen und vollständig abkühlen lassen.